Bolivien, Advent 2015.

 

Liebe Russbacher Pfarrgemeinde !

 

Inzwischen sind drei Monate vergangen, seit ich vom Urlaub zurück bin. Gott sei Dank hatte ich einen guten Flug, ohne Terroristen was ja auch schon nicht mehr selbstverständlich ist. Aber die Engel haben uns begleitet und uns auf ihren Flügeln getragen.

Hier traf ich eine Menge von Problemen an. Momentan ist es Mode, jeden Tag eine Menge von Leuten einzusperren, ganz gleich ob sie wirklich etwas angestellt haben oder ob sie nur unschuldig verglimpft werden. Eines unserer Mädchen, die bereits auf der Universität ist, wollten sie einsperren, weil eine Andere sie beschuldigte, sie hätte ihr das Handy gestohlen. Es blieb uns gar nichts Anderes übrig, als das Handy zu bezahlen sonst wäre sie eingesperrt worden. Weder ich, noch die Kinder haben ein Handy. Wir haben nur ein Telefon mit Festnetzanschluss.

Maria Elena ist seit 7 Monaten im Gefängnis obwohl sie geistig behindert ist. Sie war 6 Jahre bei uns und mit 19 ging sie weg. Ihre zwei jüngeren Schwestern mit 13 und 15 Jahren sind bei uns. Die Mutter lebte im Abwasserkanal und konsumierte in der Schwangerschaft Kokain, so dass sie Alle etwas geistig behindert sind.. Maria Elena hat 2 Kinder, eines mit zwei Monaten und eines mit 2 Jahren. Die Männer, die ihr die Kinder angehängt haben, sind weg. Wo sollte man diese in einer fast 3 Millionenstadt finden. Die Mutter ist gestorben und Maria Elena und ihre Kinder hatten nichts zu essen. So schenkte sie die Kinder her, die total unterernährt sind. Nun ist sie im Gefängnis, weil sie die Kinder laut Gesetz nicht herschenken hätte dürfen. Ich habe nun eine gute Rechtsanwältin und hoffe, dass es ihr gelingt, sie herauszukriegen aus dem Gefängnis. Wir hoffen sehr, dass sie Weihnachten breits mit uns feiern kann, sie hat ja auch nichts, wo sie sonst wohnen könnte.

Im Heim bekam ich zwei neue Mädchen. Yovanna und Keli. Die Mutter ist Alleinerzieherin. Ein von ihr bekannter Mann, er ist Pensionist, holte immer die beiden Mädchen ab, um mit ihnen auf die Bank zu gehen zum kassieren seiner Rente. Um 11 Uhr nachts brachte er immer die beiden Mädchen zurück, nachdem er sie vergewaltigt hatte und die Mutter erhielt einen Teil seiner Rente. Nun hatten es die Mädchen satt, immer von diesem Mann vergewaltigt zu werden und sagten es in der Schule der Lehrerin. Diese zeigte es an. Nun sind sie beide, dieser Mann und die Mutter eingesperrt.

Die beiden Mädchen kamen zu uns, um endlich in Frieden leben zu dürfen. Nicht zuletzt Dank Ihrer Hilfe. Jeder Euro von der Heimat bringt ein kleines Stück Glück für unsere Kinder.

Letzte Woche brachten mir die Behörden um Mitternacht ein Mädchen. Sie ist aus La Paz. Der Vater ist gestorben und sie hatten nichts zu esssen. Sie reiste 22 Stunden, fast 1.000 km  mit dem Autobus, um in Santa Cruz Arbeit zu finden. Eine Frau gab ihr Arbeit und verkaufte sie zur Prostitution. Schliesslich gelang es ihr, nachts zu fliehen und zur Polizei zu kommen. Ja, wie Ihr seht, viel Hilfe ist notwendig.

Deshalb möchte ich  heute für alle Spenden die Sie das Jahr über für uns gegeben haben danken, aber ganz besonders für die so grosse und für uns überaus wertvolle Spende von 3.500 Euro, den Ertrag von Eurem Adventmarkt. Tausend Mal Vergelt's Gott ALLEN die dazu beigetragen haben, den Spendern, den Käufern, den Verkäufern, ja Vergelt's Gott für alle Arbeit. !  Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie froh und dankbar ich darüber bin. Ja, möge es Euch der Herr reichlich vergelten!

Ihr seid täglich in unser Gebet eingeschlossen.

An der Krippe des Herrn werden wir ganz besonders Eurer gedenken. Möge der menschgewordenen Gottessohn Euch reichlich mit seinem Segen beschenken.

Ein gesegnetes Weihnachtsfest mit dankbaren Missionsgrüssen aus Bolivien

 

                                                                                                                  Sr. Clara Erlbacher

                                                                                                       

 

 

Jedes Jahr am Dienstag und Mittwoch vor unserem traditionellem Adventmarkt, treffen sich Russbacher Frauen zum Kränze binden und schmücken. 

Die Bäume wurden erst kurz zuvor gesägt und die Äste frisch aus dem Wald in die Feuerwehr gebracht, wo sie dann von fleißigen Händen zu dem werden, was ihr auf den Fotos seht. Kränze können bei Gaby Quehenberger 0664-9491312 vorbestellt werden. 


Nun freuen wir uns auf ganz viele Besucherinnen und Besucher! Überzeugt euch, dass der Russbacher Adventmarkt ein ganz besonderer ist!

Adventmarkt
Öffnungszeiten 2017:

 

Freitag,    01.Dez,  18-21 Uhr

Samstag, 02.Dez,   9-18 Uhr

Sonntag,  03.Dez, 10-18 Uhr

Anreise:

 

Ortszentrum

A-5442 Russbach

 

Anreiseinfos